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DU&ICH Juni/Juli 2010: Rosa Lobby – Einfluss auf Europas Gesetze
In Brüssel entscheidet sich vieles, was auch in Deutschland das Leben von Schwulen und Lesben bestimmt. Doch wer kümmert sich um die Lobbyarbeit dort? Der Bericht im Heft!
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Unter Touristen genießt Brüssel keinen guten Ruf – die Stadt ist nach einer aktuellen Umfrage das unbeliebteste Reiseziel unter EU-Hauptstädten. Und auch die überschaubare Lesben- und Schwulenszene, die sich auf einen Straßenzug rund um die innerstädtische Polizeiwache beschränkt, ist kein wirklicher Anziehungspunkt. Für viele Menschen ist es trotzdem extrem wichtig, in Brüssel Flagge zu zeigen, denn hier wird die Grundlage für 80 Prozent der Gesetze in den einzelnen EU-Mitgliedsländern gelegt. Die EU-Kommission, das EU-Parlament und der europäische Rat haben hier ihren Sitz. Die hohe Konzentration von Macht lockt viele Interessengruppen. Schätzungen gehen von 15.000 hauptberuflichen Lobbyisten aus. Darunter auch Schwule und Lesben. Einer davon ist Joël Le Deroff.
Der Franzose arbeitet seit neun Monaten als Programmkoordinator der ILGA, der europäischen Dependance der Internationalen Lesben- und Schwulenvereinigung. Die Bezeichnung Lobbyist hört er allerdings nicht gern: „In meiner Muttersprache würde ich das Wort nie benutzen“, sagt er und erklärt, dass es in Frankreich eine sehr negative Konnotation besitze. „Man denkt sofort an unlautere Gruppen, die versteckt und undemokratisch Einfluss nehmen wollen. Aber wir sind keine Geheimorganisation, wir versuchen so sichtbar wie möglich zu sein und sind stolz auf das, was wir tun.“ Und das heiße vor allem, für mehr Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen, oder kurz GLBT, in Europa zu kämpfen. ...
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