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Neustart: Sie haben es getan!
Seit gestern erscheinen DU&ICH und du-und-ich.net in der Special Media SDL GmbH. Dahinter stecken L-MAG-Chefredakteurin Manuela Kay und Online-Chefredakteurin Gudrun Fertig – hier das Interview
Gudrun Fertig (li.) und Manuela Kay, neu als Geschäftsführerinnen der Special Media SDL GmbH, c: Guido Wollerdu-und-ich.net 2.5. – L-MAG, SIEGESSÄULE und DU&ICH in neuen Händen! L-MAG-Chefredakteurin Manuela Kay und Online-Chefredakteurin Gudrun Fertig sind seit gestern mit der Special Media SDL GmbH offiziell am Start. Die Chefredakteure von Siegessäule und DU&ICH, Sirko Salka und Andreas Hergeth, befragten die neuen Verlegerinnen, nach ihren Plänen
Ihr habt jahrelang als Chefredakteurinnen im Jackwerth Verlag gearbeitet. Hättet ihr geglaubt, den Verlag mal zu kaufen?
Gudrun: Geliebäugelt habe ich schon seit ein paar Jahren damit.
Manuela: Ich wollte nie einen Verlag übernehmen, aber gerne alles bestimmen. Als Konsequenz blieb mir nun nichts anderes übrig.
Was heißt „alles bestimmen“? Kann man ja auch als Drohung auffassen ...
Manuela:(lacht) Nein. Mir geht es darum, dass ich Sachen, die mir in den Sinn kommen, die ich aus der täglichen Arbeit erkenne und für das Beste halte, direkt umsetzen kann.
Zur journalistischen Arbeit kommt die verlegerische hinzu. Wie geht das künftig gemeinsam?
Gudrun: Mir ist schon bewusst, dass da ein Rollenwechsel erfolgen wird. Das wird eine Zeit brauchen, für uns und für alle hier im Verlag. Ich habe mal als Einzelhandelskauffrau angefangen und Wirtschaft studiert und wollte immer gerne Unternehmerin sein. Dass das mal ein Verlag wird, hat sich jetzt sehr schön gefügt. Trotzdem möchte ich weiter für Onlinekonzepte zuständig sein, aber nicht mehr im journalistischen Tagesgeschäft, sondern übergreifender als bisher.
Manuela: Ich werde vorerst inhaltlich über L-MAG wachen und zugleich meine neue Rolle als Verlegerin ausfüllen.
Soll der Verlag denn eine lesbischere Note kriegen?
Manuela: Da, wo es nötig ist, wird es lesbischer. Ansonsten bleibt es so schwul wie nötig.
Gudrun: Meine Idee ist, dass wir, aufbauend auf der LGBT-Emanzipationsbewegung, hin zu modernen Ansätzen wie Diversity gehen.
Schwule und Lesben – das geht oft gut zusammen, aber nicht immer. Befürchtet ihr Vorbehalte in der Szene?
Gudrun: Bisher haben zwei Männer einen schwullesbischen Verlag geführt. Warum sollten jetzt nicht zwei Frauen einen schwullesbischen Verlag führen?
Manuela: Bisher hatte kein Mensch Probleme damit, wenn Schwule was für Lesben mitgemacht haben. Jetzt machen Lesben was für Schwule mit.
Was habt ihr mit dem Verlag vor, einen Neustart oder ein Weiter-so?
Gudrun: Ein leicht modifiziertes Weiter so.
Manuela: Die guten Sachen werden wir ganz klar fortführen. Auf journalistische Kompetenz setzen, auf Unabhängigkeit. Und diesen wahnsinnigen Spagat meistern, zur Szene gehören, sie unterstützend begleiten einerseits und kritisch über sie berichten andererseits. Das sind unsere Stärken. Mir ist wichtig, dass Wörter wie schwul und lesbisch nach wie vor fallen. Das Ganze in der heutigen Zeit. Da, wo Identitätspolitik noch nötig ist, werden wir sie nicht zwingend ausklammern, nur um supermodern zu wirken.
Wo verortet ihr den neuen Verlag, für wie relevant haltet ihr schwullesbische Medien noch?
Gudrun: Den Bedarf und die Relevanz sehen wir nach wie vor, sonst hätten wir dieses große Abenteuer nicht gewagt. Manche Themen werden gleich wichtig bleiben.
Manuela: Solange unsere Kaufhefte, L-MAG und DU&ICH, noch in der Pornoecke im Zeitschriftenhandel stehen, ist Verorten ein Schritt zu weit. Wir müssen erst mal das Standing erreichen und sagen, es gibt einen Journalismus, der sich an unsere LGBT-Gruppe richtet. Mit dem, was wir vorhaben, sind wir nach wie vor einzigartig. Wir machen die „Nische“ erst mal auf, in der wir uns dann verorten.
Gudrun: Ich wünsche mir mehr Kooperationen mit der Welt da draußen. Mehr Vernetzungen auch aus der im engeren Sinne Szene heraus. Nicht in der Nische unsichtbar sein.
Seid ihr euch bewusst, was da jetzt alles auf euch zukommen wird?
Gudrun: Es ist der Wahnsinn, aber ich finde es super.




