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„Broken Beaches”, die neue Kollektion des Labels ROMEO & JULIAN

Vor etwa einem Jahr sind die Designer Wolfram Saathoff und Steffen Kratz mit ihrem Label Romeo & Julian nach Sitges bei Barcelona, gegangen. Pünktlich zum Saisonbeginn kommt jetzt ihre neue Kollektion „Broken Beaches”. Was es mit ihrem Umzug nach Sitges, dem Leben am Strand und der neuen Kollektion auf sich hat, haben uns die beiden erklärt.

Steffen Kratz: Ich habe als Kind schon viel Zeit hier verbracht. Auch wenn sich vieles seitdem verändert hat, scheint die Zeit doch irgendwie ein bisschen stillzustehen. Alles wirkt etwas in die Jahre gekommen. Clubs und Bars, die es schon seit Anfang der 90er-Jahre oder noch länger gibt, werden heute immer noch von denselben Leuten geführt. Ich finde das sehr charmant. Und es bietet uns eine schöne Möglichkeit, ein bisschen frischen Wind in die Gegend zu bringen.

Wolfram Saathoff: Sitges war in den 50er- und 60er-Jahren so eine Art schwules Asyl, bedingt durch die Franco-Diktatur. Mitte der 50er-Jahre hat hier das erste Pacha eröffnet. Die spanische Clubkultur hat hier ihre Wurzeln. Heute mischen sich hier abgehalfterte Playboys mit dem jungen Partyvolk aus Barcelona. Fantastisch!

Steffen Kratz: Mich erinnert Sitges ein bisschen an Venice Beach. Geölte Muskeltypen, aufgetakelte ältere Damen in Versace-Kostümen. Dazu die jungen Surfer. Und die Unmengen von Transen nicht zu vergessen. Im Sommer ist Sitges ein echter Zirkus. Alles ein bisschen zu viel und überdreht.

Wolfram Saathoff: Wie in Venice gibt es hier aber auch die andere Seite: heruntergekommene Strandvillen, stillgelegte Freizeitparks, verlassene Strände. Wenn man genau hinschaut, blättert die Farbe von vielen Fassaden. Das ist genau der Reiz, den wir auch in unserer neuen Kollektion aufgegriffen haben. Das sonnige Strandleben auf der einen Seite. Die verblichene Erinnerung an eine goldene Vergangenheit auf der anderen.

Fotos: romeojulian.com; Fotografin: Simone Scardovelli; Model: Mikel Perez, MIAH Management

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