Reise
Langkawi – Schwulenfreundliches Paradies
Weiße Sandstrände unter Palmen, unberührter Dschungel, blauklares Wasser – das ist die Insel Langkawi vor der Westküste Malaysias. Von der Leichtigkeit des Seins
Michael LenzDU&ICH – Mit einem kühlen Glas Weißwein in der Hand den Sonnenuntergang vom Lighthouse aus in Pantai Tengah erleben, ist der perfekte Einstieg in einen Urlaub auf dem malaysischen Langkawi. Ein paar Palmen, sanft plätschernde Wellen, eine atemberaubende Aussicht auf vorgelagerte Inselchen und hohe Berge mit schroffen Gipfeln: Hier hat vor gut zehn Jahren Johnny, ein Deutscher und ehemaliger Flugzeugingenieur, mit seinem Lebenspartner Shukri das weiße Restaurant mit blauem Dach eröffnet. „Alle Hotels und Restaurants hier sind schwulenfreundlich. Gast ist Gast“, grinst Johnny. „Aber für richtig schwule Unternehmen sind die Insel und Malaysia noch zu konservativ.“ Natürlich weiß jeder auf Langkawi, dass Shukri und Johnny ein Paar sind. Aber Johnny und Shukri leben in Frieden auf Langkawi.
Das benachbarte beschauliche Pantai Cenang mit seinen vielen Seafoodrestaurants, ist das touristische Zentrum. Pantai Cenang bietet sogar ein wenig Nachtleben, in dem sich Touristen und das Jungvolk der 4.500 Einwohner – darunter auch knackige schwule Männer und schrille Ladyboys – mischen. Dank der Steuerfreiheit auf Langkawi sind Bier, Wein und Cocktails billig. Und das, obwohl Malaysia ein mehrheitlich islamisches Land ist. Johnny sagt: „Die Moslems hier sind sehr nette und tolerante Menschen.“ Von Deutschland aus lohnt der fast dreizehnstündige Flug nach Malaysia natürlich nur, wenn man Zeit für einen ausgedehnten Urlaub hat. „Viele verbringen erst einen Abenteuerurlaub auf Borneo und kommen dann für acht Tage oder so zum Ausspannen und Erholen zu uns nach Langkawi“, sagt Jason Kruse, Manager des kleinen, aber feinen Casa del Mar in Pantai Cenang.
Michael LenzVon jedem der 34 Zimmer des luxuriösen Boutiquehotels ist man in einer Minute am Strand. Sanft rollen kleine Wellen auf den goldgelben Sand. Kaum hat man sein Strandtuch aus kuscheliger Baumwolle auf einer der Liegen unter Palmen ausgebreitet, serviert ein Kellner einen großen Krug Zitronenwasser. „Wir konzentrieren uns auf Paare“, betont Kruse und erzählt mit Freude, dass knapp ein Viertel der Stammkunden des Hotels schwule Paare sind.Ein Muss ist der Besuch des höchsten Bergs Langkawis, des Mat Chinchang. Hinauf geht’s vom Oriental Village – einzige wirkliche Sehenswürdigkeit: das kleine „Anna und der König“-Museum mit Originalrequisiten des Jodie-Foster-Films, der teilweise am nahe gelegenen Pantai Kok gedreht wurde –, bequem mit einer Seilbahn, die sanft über den grünen Dschungel zu den drei Aussichtsplattformen hinauf gleitet. Der Blick über die Wälder und Berge,Wasserfälle, Strände, Inseln und Buchten bis hin zum thailändisch-malaysischen Festland ist überwältigend. Ein echter Knüller ist die 125 Meter lange, über eine Schlucht gespannte Sky Bridge.
Michael LenzAuf der „Daddeldu“ sind Eva und Gerd Zimmermann seit dem Jahr 2000 fast um die ganze Welt gesegelt. Das im Royal Yacht Club in Langkawis Hauptstadt Kuah beheimatete Charterunternehmen Blue Water Star Sailing der beiden Düsseldorfer managt zwölf Boote in Langkawi, auf denen man gemächlich einen Tag oder auch nur ein paar Stunden zwischen den Inseln kreuzen kann. „Vom Luxussegeltörn mit Champagner und Kaviar bis zur gemütlichen Badetour mit Seafoodpicknick können wir alles für jeden Geldbeutel arrangieren“, versichert Eva. Wo immer es den Gästen gefällt, stoppt Skipper Gerd die Yacht zur Badepause. Das Urlaubsleben auf Pulau Langkawi, 200 Kilometer südlich von Phuket und 800 Kilometer nördlich des Äquators gelegen, ist eben von einer herrlichen Leichtigkeit.
Michael Lenz







