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Skandal: Schwedischer Politiker fliegt umsonst nach Gran Canaria
Blöde Ausrede? Er sagt: „Nicht ich war es, sondern die Transe in mir"
Frederick Federley als Politiker. So würde er nie umsonst irgendwo hin fliegen wollen … (Foto: Tobias Wahlqvist)DU&ICH 20.2.2010 • Eigentlich sollten Politiker klug genug sein, sich nicht ihre Freizeit von Firmen sponsern lassen. In Deutschland sind so namhafte Leute wie Gregor Gysi und Cem Özdemir deswegen zurückgetreten. Nun hat ein schwedischer Abgeordneter ein ähnliches Problem – was nur ungleich komplizierter ist: Anfang Januar flog der 31-jährige Frederick Federley, der als Abgeordneter für die Zentrumspartei im Parlament sitzt, kostenlos nach Gran Canaria, all inclusive, gesponsert von zehn verschiedenen Firmen.
Klare Sache: Rücktritt! Eigentlich …
Doch der Politiker will nicht zurücktreten. Gegenüber der Zeitung Aftonbladet sagte Federley, so einfach sei das alles eben nicht. Denn: Er selbst würde nie ein solches Angebot annehmen. Schuld sei jemand anderes: „Das war nicht ich als Abgeordneter im Parlament, sondern ich bin als Drag-Persönlichkeit geflogen”, sagte er.
Zudem sei die Reise vom Januar für Ursula eine Arbeitsreise gewesen: Sie hätte im Auftrag der schwedischen Website hanky.se über den Tripp berichtet und Reisetipps gegeben – in ihrem Blog, der übersetzt Die andere Seite von Federley heißt. Aus seiner Parallel-Identität als Ursula hat der Jungpolitiker nie einen Hehl gemacht: Ursula trat öffentlich in Erscheinung, z.B. bei der Wahl zum schwedischen Mr. Gay
im Juli vergangenen Jahres.
Ob die Öffentlichkeit Federleys Persönlichkeitsaufspaltung nachvollziehen kann, ist eher unsicher – für die Medien (in aller Welt übrigens) ist die Geschichte zumindest ein gefundenes Fressen. Federley kann dem so zumindest etwas Gutes abgewinnen: „Das alles bedeutet mehr Publicity für Ursula, und damit vielleicht auch mehr Arbeit für sie.” Und so könnte es sein, dass aus dem Profipolitiker mit Transenhobby bald eine Pofitranse mit Politikhobby wird. (jw)







