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Nepal: erste große und internationale Pride-Parade
2.000 Schwule und Lesben zogen durch die Straßen

DU&ICH 26.8.2010 – In Katmandu, der Haupstadt Nepals, fand vorgestern die zehnte Pride-Parade statt, zum ersten Mal zeitgleich mit dem traditionellen Gai Jatra (zu Deutsch: Kuhfestival – siehe Foto). Etwa 2.000 Lesben, Schwule, Transsexuelle oder Heterosexuelle marschierten in der Parade mit und demonstrierten für gleiche Rechte. Menschen in bunten Kostümen trieben Kühe durch die Straßen, gleichzeitig demonstrierten Homosexuelle auf der ersten internationalen Pride-Parade in Nepal für Gleichstellung.
Ganz vorne saß auf einem Elefanten der Organisator der Parade, Sunil Babu Pant. „Wir haben diesen Tag für die Parade gewählt, weil sich beim Kuhfestival Homosexuelle schon immer verkleidet und für ihre Rechte gekämpft haben“, so Pant. Beim Gai Jatra sei es schon immer üblich gewesen, sich in Kostümen über bestehende Vorurteile lustig zu machen oder das Verhalten der Politiker zu kritisieren. Außerdem wolle man für den Tourismus werben. „Wir wollten das Festival dieses Jahr auf ein internationales Level bringen“, erklärt Pant. Und so kamen einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar aus Deutschland, Norwegen oder Japan.
Ursprünglich sollte das Fest an die im vergangenen Jahr Verstorbenen erinnern. Traditionell muss jede Familie, in der jemand verstorben ist, eine Kuh durch die Straße treiben. Schon lange ist das Event zu einem fröhlichen Familienfest geworden.
Auch Nepals erster transsexueller Abgeordnete, Bhumika Shrestha, lief in lilafarbener Nationaltracht mit – denn Lila repräsentiert in Nepal Veränderung. „Das Gai Jatra ist ein guter Tag, um die Pride-Parade abzuhalten“, so Shrestha, nicht nur, weil die Menschen an diesem Tag für ihre verstorbenen Freunde beten, die früher wegen der Diskriminierung starben, sondern „weil es ein Tag ist, an dem sie sich in einer konservativen Gesellschaft wie Nepal öffnen können ohne von anderen dafür verurteilt zu werden.“
Desiree Brenner







