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Mordserie: Schwule Opfer eines Killers?
In Nordrhein-Westfalen tauchte am 30.8. ein drittes Opfer auf. Täter hat es offensichtlich auf schwule Cruiser abgesehen. Polizei bittet um sachdienliche Hinweise
Das Opfer aus Hessen: Hans Friedrich L. – Staatsanwaltschaft und Polizei bitten um Mithilfe bei der Identifizierung (Foto: Polizei Hessen)DU&ICH 6.9.2010 • Das erste Opfer aus Sindelfingen (Baden-Württemberg) wurde am 8. Mai mit einem Kopfschuss getötet. Der zweiter Tote bei Mörfelden-Walldorf (Hessen) wurde ebenfalls mit einer Schussverletzung am Kopf am 2. Juni gefunden: Untersuchungen haben ergeben, dass beide Morde durch dieselbe Waffe vollstreckt wurden. Nun ist ein dritter Toter am 30.8. bei Kerpen-Buir (Nordrhein-Westfalen) in einem Wald entdeckt wurden.
Ganz Deutschland stellt sich die Frage: ist es derselbe Täter? Werden Schwule gezielt zu Cruising-Plätzen bestellt – vermutlich über ein Online-Datingportal – und kaltblütig umgebracht? Denn das Verwunderliche: alle Opfer wurden in der Nähe von schwulen Cruising-Plätzen gefunden. In Hessen war das Opfer ganz nackt, im letzten Fall bis auf ein T-Shirt entkleidet.
Eine groß angelegte Suche nach den Besitztümern des Toten wurde am 3.9. in dem Waldgebiet bei Kerpen-Buir erfolglos durchgeführt. Laut Dorothe Goebel von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Köln konnte der 30- bis 35-jährige Tote, ein südländischer Typ, noch nicht identifiziert werden. Um Mithilfe bei dessen Identifizierung und um sachdienliche Hinweise wird gebeten.
Zu weiteren Nachfragen hält sich die Polizei in Nordrhein-Westfalen mit Absicht bedeckter: „Wir prüfen derzeit den Zusammenhang mit anderen deutschlandweiten Straftaten, jedoch sagen wir aus taktischen Gründen nicht, auf welche Weise der Mann ums Leben gekommen ist.“ Udo Beissel vom Kölner Stadtanzeiger hat von nicht weiter benannten Polizeikreisen anscheinend mehr erfahren und schrieb am 2.9.: „Der Mann wurde mit mehreren Schüssen getötet. Ein Projektil traf den Hinterkopf direkt oberhalb des Nackens, weitere Kugeln den Oberkörper.“
Zu den beiden Tatvorgängen in Süddeutschland gab es verschiedene Tatverdächtige. Aus dem schwulen Bekanntenkreis des zweiten Opfers wurden am 3. Juni zwei vermeintlich schwule Männer festgenommen, mussten aber zwischenzeitlich aus der Untersuchungshaft entlassen werden – es fehlen Beweise dafür, dass sie in der Nähe des Tatorts waren, und ein Alibi haben sie ebenfalls. Ein weiterer Verdächtiger wurde nach fast zwei Monaten Haft am 13. Juli frei gelassen, nachdem das zweite Opfer – während er in Haft saß – mit derselben Waffe umgebracht wurde. Ob es mehrere Täter gibt, oder ein Schwulenhasser unterwegs ist, bleibt vorerst weiter unklar. Die Polizei schließt einen homophoben Hintergrund aber nicht aus.
Nico Lehmann







