Bildergalerie
Grenzen überschreiten: „Mein schwules Auge 8”
Wie clever! Die beiden Herausgeber Rinaldo Hopf und Axel Schock haben dem Buch ein sinniges Zitat von Jean Genet vorangestellt: „Den Reiz des Verbotenen kann man nur kosten, wenn man es sofort tut! Morgen ist es vielleicht schon erlaubt …“ Entsprechend mutig gingen die beiden, der eine Schriftsteller und Künstler, der andere Journalist und Autor, in ihrer Auswahl für die nunmehr achte Ausgabe von „Mein schwules Auge“ vor. „Grenzen sind veränderlich, sie sind abhängig von der Epoche und Gesellschaft, in der sie aufgestellt werden. Als Schwule genießen wir heute Freiheiten, die vor wenigen Jahrzehnten noch nicht denkbar waren“, schreiben sie in ihrem Vorwort. Wie richtig!
Dementsprechend tauchen in dem Kompendium aus Bild und Wort auch künstlerische Vorreiter wie Tom of Finland oder Karl-Heinz Weinberger (2011 in DU&ICH vorgestellt) auf. Und wie immer mischen sich bekannte und unbekannte Namen. Zu sehen gibt es Fotos, Gemälde, Comics von Künstlern wie Anthony Gayton – siehe das Bild auf dieser Seite! –, Etienne Zerah, Gengoroh Tagame, Stefan Zeh, Daniel Cartier, Martin von Ostrowski, Ulli Richter oder Hans van der Veen. Und zu lesen Kurzgeschichten, Essays, Gedichte und Reportagen von Autoren wie Boris Steinberg, Brane Mozetic, Eric Walz, Manfred Maurenbrecher, Christoph Klimke, Dino Heicker oder Jan Gympel. Es gibt viel Neues, und ja: auch Grenzenüberschreitendes zu entdecken. Vor allem aber, wie vielfältig schwule Kunst, Kultur und Literatur sein kann. Über 300 Seiten legen ein beredtes Zeugnis davon ab.
(ah)
„Mein schwules Auge 8” ist im konkursbuch Verlag erschienen












