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Null Punkte für Baku
Am 26. Mai steigt in der Hauptstadt von Aserbaidschan mit dem Eurovision Song Contest die grösste Musikveranstaltung der Welt. DU&ICH hat sich schon mal im Land umgesehen und kann nicht nur positives berichten

Heydar Aliyev Airport. Baku empfängt die Besucher mit einigem an pompöser Bürokratie, hübsche Stempel gibt es auch in den Reisepass. Der Ort versprüht den Charme eines türkischen Provinzflughafens garniert mit einem Bouquet aus Sowjetästhetik, Orient und neureichem Protz. Seit neuestem lassen sich die Zoll- und Einreiseformalitäten ganz einfach erledigen, ein elektronisches Visum ist die Norm, ähnlich wie bei USA-Reisen.
Die Fahrt in die Stadtmitte führt über eine kürzlich fertiggestellte Autobahnschneise in großzügigstem Ausbaustandard. Anwohner wurden bei der damit einhergehenden Enteignung und Umsiedlung zwecks „Stadtverschönerung“ wohl kaum groß um ihre Meinung gefragt. Mir und meinen zwei Reisebegleitern kamen dazu einige traurige Schicksale von Altstadtbewohnern zu Ohren. Anwohner, die in entlegene Vororte umgesiedelt wurden – im Zuge der Sanierung oder weil in der Innenstadt die Preise teilweise unerschwinglich sind. Aber ein ausgewachsenes Demokratieverständnis fehlt halt noch in den zentralasiatischen Republiken. Als Entschädigung für dieses in den Augen der Westler gravierende Manko sind links und rechts der Fahrbahnen übergroße Porträts des Landesvaters und seines Gefolges angebracht. All das in schön bunten Farben und durchaus marketingbewusst von einer Big-Name-Agentur inszeniert.
Aserbaidschans Präsident Aliyev ist gerade auch im Hinblick auf den Eurovision Song Contest (ESC) um eine Verbesserung seines zweifelhaften Images bemüht. Er ist der Sohn des ersten Präsidenten nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion im Jahre 1991, dieser gab auch dem Flughafen seinen Namen. Die Tatsache, dass die Aliyevs der ersten postkommunistischen Herrscherdynastie angehören, ist allerdings beim Imageaufpolieren nicht gerade hilfreich …
Die ganze Reportage über Land und Leute, Erdöl und Diktatur, ESC und schwules Leben in Baku von unserem Autor Claudio Tschopp aus Zürich gibt es nur in der Printausgabe April/Mai 2012.











