Aktuelles Heft
Gwen Stefani, Shirley Manson, Nina Persson & Dolores O’Riordan
Die Rückkehr der Frontfrauen!

Eigentlich befand sich Gwen Stefani im Vorruhestand. Regelmäßig berichtete die Regenbogenpresse, wie erfüllt sie von ihrem Familienglück sei, anbei zwei, drei Fotos, gewissermaßen als Beweis: Gwen mit fetter Sonnenbrille, umringt von ihren Kiddies zwischen Schaukel und Klettergerüst, manchmal mit Ehemann Gavin Rossdale im Schlepptau. Ein Spielplatzidyll irgendwo in Amerika.
Den Vorruhestand kann sich Stefani leisten. Mit ihrer Band No Doubt stieg sie im Verlauf der 1990er-Jahre zum internationalen Popstar auf. Seinen Durchbruch erreichte das Quartett 1995 mit „Tragic Kingdom“ und der darauf enthaltenen Hit-Single „Don’t Speak“. Ohne Umschweife erkor die Musikpresse Stefani zur Madonna des Rock. Es folgten zwei weitere Alben und diverse Hits wie „Hey Baby“, „Hella Good“ und das Talk-Talk-Cover „It’s My Life“.
Im Jahr 2004, auf dem Höhepunkt des Erfolges, war Schluss mit No Doubt, so dass sich Gwen Stefani als Sängerin, Songschreiberin und Designerin selbstständig machen konnte. Ihre erste Single „What You Waiting For“ und der dazugehörige Alice-im-Wunderland-Clip mit den damals omnipräsent herumwirbelnden Harajuku Girls etablierte sie gewissermaßen über Nacht als neue Pop-und Modeikone. Ihre beiden Soloplatten brachten etliche Hits wie „Cool“ und „Hollaback Girl“ hervor, auch dank dieser verkaufte sie über 40 Millionen Alben – 16 Millionen mehr als mit ihrer Band, so dass es zumindest keinen monetären Grund gab, diese zu reaktivieren.
Doch auch ihre Solokarriere brach sie abrupt ab, 2008 zog sich Gwen Stefani in das beschriebene Familienidyll zurück, zugleich erklärte die Band, an neuen Songs zu arbeiten, die jedoch nie veröffentlicht wurden. Vor allem in Europa wurde es still um Gwen Stefani und No Doubt. (…)
Das Geheimnis um „Die Rückkehr der Frontfrauen” lüftet Michael Thiele ausführlich auf drei Seiten im DU&ICH, Ausgabe August/September 2012.











